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Wieder ein schrecklicher Fall von Polizeigewalt in den USA: Weil ihr Sohn einen Nervenzusammenbruch hatte, rief eine Mutter die Polizei. Dann lief die Situation komplett aus dem Ruder.

In den USA gibt es einen neuen Fall von Polizeigewalt – diesmal geht es aber nicht um Rassismus, sondern um einen 13 Jahre alten Jungen mit psychischen Problemen. Linden Cameron leidet an Asperger-Autismus – das wurde dem Jungen am vergangenen Freitag zum Verhängnis. Ein Polizist schoss dem 13-Jährigen mehrmals in den Körper, jetzt liegt der Junge mit Schusswunden auf der Intensivstation einer Klinik.

Police in Salt Lake City shot an unarmed, autistic 13-year-old multiple times after his mom called 911 for mental health assistance. #LindenCameron has injuries to his intestines, bladder, shoulder, and ankles. https://t.co/UOfghZi0Vh

Lindens Mutter rief selbst die Polizei

Lindens Mutter Golda sagte dem Sender KUTV, sie habe die Polizei selbst gerufen und ein Kriseninterventionsteam angefodert. „Ich sagte ihnen, dass er unbewaffnet ist. Ihm fehlt nichts, er wird nur wütend und schreit. Er ist ein Kind, das Aufmerksamkeit möchte aber er kann das nicht kontrollieren“, erklärte Golda.

Hintergrund des Anrufs war ein Nervenzusammenbruch des 13-Jährigen. Seine Mutter war zum ersten Mal seit einem Jahr wieder arbeiten, das verkraftete Linden nur sehr schwer. Sie könne ihn nicht alleine lassen, denn „er hat sehr starke Trennungsangst.“

Verletztem Jungen Handschellen angelegt

Als das Kriseninterventionsteam der Polizei in ihrem Haus in Glendale ankam, sollte Golda vor dem Haus warten. Zwei Polizisten gingen hinein und nicht einmal fünf Minuten später sei die Situation völlig eskaliert.

Sie habe einen Polizisten „auf den Boden mit Dir“ schreien hören, dann seien mehrere Schüsse gefallen. Goldas erster Gedanke sei gewesen, dass Linden tot sei. Nach den Schüssen habe einer der Polizisten dem schwer verletzten Jungen Handschellen angelegt.

Später habe man ihr erzählt, der andere Polizist habe sich nach dem Vorfall an den Kopf gefasst und nicht glauben können, was gerade passiert sei. Er habe zu seinem Kollegen noch gesagt: „Er ist noch ein Kind, was tust Du da?“

Polizei stellt Anruf anders dar

Die Polizei in Salt Lake City erzählt eine andere Version der Geschichte. Die Beamten seien in die Gegend gerufen worden, weil ein Jugendlicher ein „gewaltiges psychisches Problem“ habe. Er habe auch einige Leute mit einer Waffe bedroht.

Keith Horrocks von der Polizei Salt Lake City sagte später, er habe aber bisher keine Informationen erhalten, dass bei dem 13-Jährigen tatsächlich eine Waffe gefunden worden sei. Der Vorfall wird jetzt untersucht, auch die Aufnahmen aus den Bodycams der Polizisten sollen in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.

Erin Mendenhall, die Bürgermeisterin von Salt Lake City, sagte: „Ich bin dankbar, dass der junge Mann überlebt hat und sonst niemand verletzt wurde.“ Sie erwarte aber, dass diese Tragödie durch die Untersuchung zum Wohle aller Beteiligten schnell und transparent abgewickelt werde.

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