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Markenschuhe von der FDP und Baseball-Trikots von der CDU – Fakeshops im Internet benutzen verwaiste „de-Adressen“, um ihre Waren bzw. Plagiate zu verkaufen.

Bei der Internetadresse fdpmoelln.de sucht man normalerweise Informationen über den liberalen Ortsverband der schleswig-holsteinischen Kleinstadt Mölln. Doch stattdessen ist unter dieser Adresse ein Onlineshop zu finden, in dem scheinbar Markenturnschuhe angeboten werden. Tatsächlich jedoch handelt es sich um Plagiate aus China.

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

Nachrichten Fakeshops im Internet

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16.000 Fakeshops mit deutscher Domain

Verwaiste Internetadressen werden von den Betreibern der Onlineshops übernommen, um noch mehr Kunden zu erreichen. Betroffen sind in zunehmendem Maße auch deutsche Domains. Nach einer Untersuchung der Digitalberatung WDP, die dem NDR vorliegt, werden mehr als 16.000 Internetadressen mit der Endung „de“ für solche Fakeshops genutzt. In einer EU-Studie aus dem Jahr 2014 wurde noch die Zahl 5.000 genannt.

Domains sind bei Suchmaschinen bekannt

Deutsche Internetadressen erfreuen sich großer Beliebtheit, „weil diese Domains schon seit Jahren in den Suchmaschinen etabliert sind“, sagt Christoph Nichau von der WDP. „Das heißt, wenn sie jetzt Inhalte auf diesen Domains online stellen, werden diese sehr schnell von Suchmaschinen wie Google oder Bing indexiert. Und in Folge können Verbraucher, die nach Markenprodukten suchen, sehr schnell auf diese Domains drauf geführt werden.“

Deshalb finden sich solche Fakeshops nun auf den ehemaligen Seiten insolventer Firmen, geschlossener Läden, ausgelaufener Werbekampagnen – und eben auch früherer Partei-Seiten.

Keine Ware bestellen

Auf cdu-seckbach.de gibt es Baseball-Trikots, bei fraktion-bfz-gruene.de Babyschuhe und unter afd-europaprogramm.de Hundezahnbürsten. Alle großen Parteien sind vertreten. Wer konkret hinter den Plagiateshops stecke, könne man nicht sagen, so Oliver Prothmann vom Bundesverband Onlinehandel. „Man vermutet, dass sie aus China kommen, aus Shenzen im Süden. Weil es dort eine große Zahl an Händlern und Produzenten gibt.“

Bestellen sollte man auf keinen Fall, sagt Prothmann: „Zunächst kann sein, dass die Bezahlung weg ist, weil man bezahlt hat und keine Ware bekommt. Oder man bezahlt und bekommt auch Ware. Aber es ist eben keine Originalware.“

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