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Ab 1. Juli wird die Mehrwertsteuer bis Ende des Jahres von 19 auf 16 Prozent gesenkt, beim ermäßigten Steuersatz von 7 auf 5 Prozent. So wurde es im Konjunkturpaket beschlossen. Die Kauflaune soll steigen, die Konjunktur in Schwung gebracht werden. Wo kann man richtig sparen?

Wie spare ich am besten mit der niedrigeren Mehrwertsteuer bei Bestellungen?

Fall 1: Bestellung soll bis Dezember 2020 da sein

Das Entscheidende ist immer das Auslieferungsdatum. Wenn das Sofa oder das Auto innerhalb der nächsten sechs Monate geliefert wird, dann gilt die ermäßigte Mehrwertsteuer. Selbst wenn der Kaufvertrag schon vor dem heutigen Tag unterschrieben wurde.

Bei den meisten Unternehmen und Firmen läuft die Anpassung automatisch. Voraussetzung ist aber immer, dass die entsprechende Firma oder der Dienstleister die Senkung auch wirklich an die Kunden weitergibt. Denn eine gesetzliche Pflicht dazu gibt es nicht.

Das bedeutet: Unternehmen müssen den Preis nicht unbedingt senken – sie können ihn auch beibehalten. In diesem Fall machen sie mehr Gewinn, da sie selbst die geringere Mehrwertsteuer zahlen.

Fall 2: Bestellung soll erst 2021 kommen

Andersrum: wird erst im Januar geliefert, dann gilt – Stand heute – wieder die höhere Mehrwertsteuer. Deshalb muss man zum Beispiel bei Neuwagen aufpassen, weil die Lieferzeit durchaus länger sein kann.

Was sollte man bei der niedrigeren Mehrwertsteuer und Handwerkern beachten?

Hier gilt dasselbe. Sollten die Leistungen innerhalb des nächsten halben Jahres erbracht werden, gilt die runtergeschraubte Mehrwertsteuer – ganz egal, wann der Auftrag dazu erteilt wurde.

Aber Achtung!

Es ist wichtig, dass mit einem Handwerker im Vorfeld kein Festpreis ausgehandelt wurde. Denn an dem gibt es trotz Mehrwertsteuersenkung dann nichts zu rütteln.

Verbraucherzentralen raten übrigens: Rechnungen auf gar keinen Fall einfach selbständig kürzen – sonst kommt man dadurch unter Umständen in Zahlungsverzug. Immer unbedingt mit dem Händler oder dem Dienstleister absprechen.

Wo spare ich automatisch durch die Senkung der Mehrwertsteuer?

Zum Beispiel bei Strom, Gas und Wasser. Die EnBW in Karlsruhe oder das Unternehmen Maingau Energie in Obertshausen hat gesagt: Kunden müssen nichts machen. Die Abrechnung mit dem gesenkten Steuersatz erfolgt automatisch auf der Endabrechnung. Bei den Mobilfunkanbietern wird die Mehrwert-, beziehungsweise Umsatzsteuer, direkt auf den nächsten Rechnungen neu ausgewiesen und entsprechend abgerechnet.

Tipp der Verbraucherzentrale:

Wer jetzt seinen Strom- und Gaszähler abliest – und am besten auch ein Foto macht – kann in einem halben Jahr besser nachvollziehen, ob die Steuersenkung auch korrekt abgerechnet wurde. Wenn gar kein Zählerstand vorliegt, würde der Zählerstand in der Jahresrechnung zu diesem Stichtag voraussichtlich geschätzt.

Was sollte ich während der Senkung kaufen? Auto, Ventilator, Möbel? 

Vereinfacht gesagt: je teurer, desto mehr lohnt es sich. Bei Autos oder Möbeln macht sich die Senkung zum Beispiel auf jeden Fall bemerkbar. Auch bei aufwendigen Handwerkerleistungen kann stark gespart werden.

Was ändert sich in der Gastronomie?

Für Essen gilt normalerweise der Satz von 19 Prozent. Bis Mitte nächsten Jahres gilt darauf nun der ermäßigte Steuersatz von 5 Prozent. Für Getränke zahlt man bis Jahresende 16 Prozent Mehrwertsteuer. Wobei viele Gastronomen angekündigt haben, dass sie diese Mehrwertsteuersenkung nicht weitergeben werden. Denn für die meisten geht es gerade um ihre wirtschaftliche Existenz. Ihre Läden waren wegen Corona wochenlang geschlossen, aktuell dürfen sie nur eine begrenzte Anzahl von Gästen bewirten – viele kämpfen um jeden Cent.

Mehrwertsteuer wird gesenkt Wenn der Preis sinkt, aber der Kunde nichts spart

1,99 Euro oder 99 Cent: Preise, wie wir sie bisher kennen, wird es ab jetzt wohl nicht mehr geben. Grund dafür ist die Mehrwertsteuersenkung, die wegen der Coronakrise ab Juli gilt – und das Versprechen vieler Märkte, die Senkung an die Kunden weiterzugeben. Alles nur Marketing?  mehr...

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