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Es ist nochmal richtig warm in SWR3Land, perfektes Wetter für Hornissen. Genau, das sind die, die aussehen wie Wespen – nur ultimativ größer. Aber sind sie so gefährlich, wie sie aussehen? Nein!

1. Warum sind gerade so viele Hornissen unterwegs?

Hornissen mögen es, wenn es warm ist. Die hohen September-Temperaturen sind also angenehm für die Insekten. Laut Naturschutzbund Deutschland (Nabu) sind die Völker bis Mitte Oktober aktiv.

2. Wie aggressiv sind Hornissen?

Auf einer Skala von Wespe bis Hummel sind Hornissen eigentlich eher bei der gemütlichen Hummel angesiedelt. Sie sind friedlich gegenüber Menschen, wenn man sie in Ruhe lässt. Und das ist eigentlich auch nicht so schwer. Denn anders als Wespen stehen sie nicht besonders auf einen reichgedeckten Frühstückstisch und schlabbern auch nicht penetrant an einem süßen Sommer-Getränk.

3. Wie gefährlich ist ein Hornissenstich?

Hornissen haben einen Giftstachel, genauso wie Bienen oder Wespen. Den nutzen sie zum Töten ihrer Beute – oder auch, wenn sie bedroht werden, zur Selbstverteidigung. Ihr Stich ist aber für den Menschen nicht gefährlicher als der einer Wespe, so der Bund Naturschutzbund.

Nicht einmal die Giftmenge eines gesamten Hornissenvolkes mit mehreren Hundert Tieren könnte einen Menschen töten. Selbst Kleinkinder haben nichts Ernsthaftes zu befürchten. 

Bund Naturschutzbund

4. Was soll ich tun, wenn ich gestochen wurde?

Wer von einer Hornisse gestochen wurde, sollte zunächst den Stachel entfernen, damit nichts in der Haut hängen bleibt, was sich entzünden könnte. Das kann man selbst machen oder sich bei einem Arzt Hilfe holen. Ansonsten gilt – wie bei allen Stichen – egal ob Wespe, Biene, Bremse, Mücke oder Hornisse: kühlen. Das hilft, um die Schwellung abklingen zu lassen.

Vorsicht gilt natürlich für Allergiker, hier kann ein Stich sich drastischer auswirken.

4. Was mache ich, wenn ich ein Hornissennest habe?

Wer ein Hornissennest im Garten hat, darf das nicht so einfach wegmachen. Hornissen sind nach Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) und Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) besonders streng geschützt:

Die Tiere dürfen nicht gefangen oder getötet und ihre Nester nicht bekämpft werden. Ausnahmen bedürfen der vorherigen Genehmigung durch die Naturschutzbehörden.

Nabu

Hornissenvölker bewohnen ihr Nest nur einjährig. Es könnte also auch eine gute Nachricht sein, dass die Insekten nur ein Jahr lang im Nest herumschwirren. Die Jungköniginnen, die den Winter als einzige überleben, gründen im nächsten Jahr ein neues Volk und bauen woanders neu. Abgesehen davon sind die Nester aber auch eigentlich ganz schöne Kunstwerke, oder?

Gepostet von Riedenburg.de am Donnerstag, 27. August 2020

Der Tipp vom Nabu Baden-Württemberg: Rund anderthalb Meter Abstand zum Nest halten, dann fühlen die Tiere sich nicht bedroht und einer friedliche Co-Existenz steht nichts im Weg.

5. Wie vertreibe ich Hornissen?

Wie gesagt: Hornissen zu töten ist nicht drin. Sie anzupusten oder mit den Händen wie wild herumzufuchteln ist genauso wenig zu empfehlen wie bei Wespen oder Bienen. Hornissen kommen aber auch oft nur näher, wenn sie Licht sehen. Denn sie sind als einzige Wespenart nachtaktiv, wie der Nabu Deutschland erläutert:

Dementsprechend können sie sich dann an Partybeleuchtungen, erleuchteten Fenstern oder Hauseingangsbeleuchtungen sammeln. Hier sollte man die Gelegenheit beim Schopfe packen, unnötige Lichtverschmutzung beenden oder zumindest begrenzen: Haus- und Wegbeleuchtungen sollten mit Bewegungsmeldern versehen sein, um wirklich nur bei Bedarf zur Verfügung zu stehen. Dauerhafte Beleuchtungen sollten möglichst schwach ausfallen, beispielsweise durch Verwendung von LED-Strahlern.

6. Töten Hornissen wirklich Bienen?

Ja, auch Hornissen müssen sich von etwas ernähren. Auf dem Plan stehen vor allem Insekten – dabei sind sie nicht so wählerisch, von Fliege bis Käfer geht alles. Sie jagen auch Bienen oder Wespen.

7. Bin ich allergisch auf Hornissenstiche, wenn ich auf Wespen- oder Bienengift reagiere?

Wer allergisch ist gegen das Gift von Bienen oder Wespen, reagiert nicht automatisch auch gegen das Gift von Hornissen. Ob eine Allergie vorliegt oder nicht, muss durch einen Arzt geklärt werden.