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Schenkt euch den Film

Die Story beginnt mit einer Partnerschaft kurz nach dem zweiten Weltkrieg in Los Angeles. Die zwei Cops Lee Blanchard und Bucky Bleichert sind beide Halbschwergewichtsboxer und vermöbeln sich gegenseitig in einem spektakulären Kampf. Danach werden sie ein Team - als Mr. Fire und Mr. Ice mischen sie die Kriminellen auf - bis, ja, bis die Leiche von Elizabeth Short gefunden wird. Grausam verstümmelt; ein Mord, der ganz Amerika schockiert. Die Ermittlungen ergeben: Die junge Frau wollte zum Film nach Hollywood, träumte von Ruhm und High Society und landete unsanft als Gelegenheitsprostituierte und Porno-Darstellerin. Ihr Markenzeichen: blonde Haare und schwarze Klamotten - die schwarze Dahlie. Lee und Bucky beißen sich in dem Fall fest und verstricken sich immer mehr in den bizarren Halbwelten Hollywoods. Skrupellose Immobilienhaie, korrupte Polizisten, schmierige Schmuddelfilmer, jeder scheint etwas mit dem Tod der Dahlie zu tun zu haben, …

Die verzweifelte Suche nach dem Täter - das alles läuft im Vordergrund der Story -, der Hintergrund ist fast noch spannender: Es geht um die Besessenheit der beiden Cops; nach und nach lassen sie sich in das zerstörte Leben der Dahlie hineinziehen, wie in einem Alptraum wird die Tote für Bucky wieder lebendig. Nur noch sein Wahnsinn, die Sehnsucht nach der Dahlie treibt ihn an. Ganz langsam erkennt er, dass die tiefsten menschlichen Abgründe auch in ihm und seinem Partner wohnen.

Das tolle an dem Buch ist, dass der schöne Schein, die eitle Fassade Hollywoods überall eingerissen wird, sowohl außen in der harten Realität, als auch in der Psyche der Ermittler. Das ganze in der sehr präzisen, unprätentiösen Sprache von James Ellroy, die einen in die späten Vierziger Jahre nach L.A. katapultiert. Eigentlich wollte ich erst den Film von Brian de Palma sehen und dann das Buch lesen - jetzt kann ich mir den Film schenken, denn so gut wie das Buch kann der Film gar nicht sein.

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